Zu Besuch bei unserem Mitglied „Deutsches Museum“ – Interview mit Anna-Lena Kämper
Zur Person:
Anna-Lena Kämper arbeitet als Museum Communicator im Deutschen Museum in München. In dieser Rolle ist sie in den Ausstellungen aktiv: Sie macht Wissenschaft und Technik für die Besucherinnen und Besucher auf vielfältige Weise erlebbar, zum Beispiel durch Führungen, Science-Shows, kleine Live-Experimente oder Diskussionen. Sie schlägt täglich die Brücke zwischen historischen Objekten, den Menschen von heute und möglichen Technologien von morgen.
Deutsches Museum auf einen Blick:
- Gründung: 1903 durch Oskar von Miller
- Standort: Museumsinsel im Herzen Münchens
- Profil: Eines der weltweit größten Museen für Naturwissenschaft und Technik
- Ausstellungsfläche: über 68.000 m²
- Sammlung: rund 125.000 Objekte
- Gezeigte Exponate: ca. 25.000
- Themenvielfalt: mehr als 50 Fachgebiete – von Luftfahrt bis KI
- Besucher: rund 1,5–1,7 Millionen jährlich
- Besonderheit: interaktive Ausstellungen – Technik zum Anfassen
Deutsches Museum und die BVK Zusatzversorgung:
- Mitglied seit: 1. April 1940
- Versicherte: 457
Wie wird aus Technik echte Begeisterung? Im Deutschen Museum in München erleben Besucherinnen und Besucher Wissenschaft hautnah – spannend, interaktiv und überraschend. Museum Communicator Anna-Lena Kämper erzählt, wie sie täglich Brücken zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft schlägt, warum ihr Job so abwechslungsreich ist und welche Rolle das Museum für unsere Gesellschaft spielt. Ein Einblick in einen besonderen Arbeitsplatz – und in einen Arbeitgeber mit Perspektive.
Was hat Sie persönlich dazu gebracht, im Deutschen Museum zu arbeiten?
Ich wollte mal für zwei Jahre etwas völlig anderes machen. Aber die persönliche Vermittlung mit unseren Gästen hat mir dann so viel Spaß gemacht, dass ich geblieben bin. Mittlerweile bin ich schon seit über zehn Jahren hier. Nach wie vor fasziniert es mich einfach, die große Vielfalt an neugierigen Menschen mit ihren unterschiedlichsten Hintergründen und die riesige Vielfalt unserer Ausstellungen zusammenzubringen.

Bild: Anna-Lena Kämper bei Ihrer Arbeit im Deutschen Museum; Quelle: BVK Zusatzversorgung, G330
Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen im Deutschen Museum aus?
Mein Arbeitstag ist vor allem eins: unheimlich abwechslungsreich und voller Menschen. Ein typischer Tag beginnt immer mit meinem tollen Team. Wer übernimmt welche Aufgaben? Wer benötigt Unterstützung? Was sind aktuelle Themen oder neue Formate, die wir umsetzen möchten? In den Ausstellungen folgt dann eine bunte Mischung aus verschiedenen Formaten. Morgens stehe ich vielleicht für eine große Show auf der Bühne, mittags leite ich eine interaktive Führung und nachmittags stehe ich mit Besuchenden am Experimentierwagen oder diskutiere mit ihnen über aktuelle technologische Entwicklungen. Wir haben sehr vielfältige Besucherinnen und Besucher – vom Einzelbesuchenden über die Kindergartengruppe bis zum Fachpublikum. Ich muss mich also immer wieder schnell und flexibel auf meine Zielgruppe anpassen.
Gibt es ein Objekt oder eine Ausstellung im Museum, die Ihnen besonders am Herzen liegt? Und warum gerade dieses?
Momentan ist es die Almhütte in unserer Landwirtschafts-Ausstellung. Auf den ersten Blick wirkt sie wie ein Idyll, das viele aus dem Urlaub kennen. Da macht sie erstmal vertraut und alltagsnah. Wenn ich mit den Gästen darüber ins Gespräch komme, blicken wir hinter die Kulissen: Es geht um das Spannungsfeld zwischen Freizeit und harter Arbeit, um die Pflege der Kulturlandschaft an steilen Hängen und dann auch um die Ernährung der wachsenden Weltbevölkerung. An diesem einen Objekt hängen riesige Themen wie die Haltung von Nutztieren und letztlich die Frage, was täglich auf unserem eigenen Teller landet. Mit Hilfe der Almhütte kann ich verschiedene interessante Diskussionen anstoßen.

Bild: Almhütte in der Landwirtschafts-Ausstellung Quelle: Deutsches Museum München, Presse
Welche Momente bleiben Ihnen im Arbeitsalltag besonders in Erinnerung? Zum Beispiel Reaktionen von Besuchern, Schulklassen oder besondere Projekte.
Das sind die Aha-Momente, sowohl bei mir als auch bei unseren Besuchern: Der Moment, wenn man etwas verstanden hat und sich darüber freut. Wenn ein Gast nach einem Experiment herausgefunden hat, wie ein Alltagsobjekt funktioniert, da freue ich mich jedes Mal richtig mit.
Warum ist es aus Ihrer Sicht wichtig, Technikgeschichte zu bewahren und zu erklären? Welche Rolle spielt das Museum dabei für unsere Gesellschaft?
Technik umgibt uns ja überall im Alltag. Wir können sie oft besser verstehen und mitgestalten, wenn wir die Wurzeln und Zusammenhänge kennen. An unseren Objekten können wir zeigen, was sie für die Gesellschaft, die Arbeitswelt und unsere Geschichte bedeuten und im besten Fall daraus lernen. Das Deutsche Museum ist neben den Objekten auch ein Ort des Dialogs. Wir bewahren nicht nur die Vergangenheit, sondern wir versuchen, gemeinsam mit unseren Gästen neue Aha-Erlebnisse zu erlangen, um die technisierte Welt besser zu verstehen und auch mal zu hinterfragen.
Was würden Sie Besuchern empfehlen, die zum ersten Mal ins Deutsche Museum kommen?
Versuchen Sie nicht, alles an einem Tag zu sehen, das kann zu viel sein. Suchen Sie sich zwei oder drei Bereiche aus, die Sie interessieren. Und natürlich: Machen Sie bei unseren Angeboten mit! Nehmen Sie an einer Show teil, machen Sie bei einem Experiment mit und sprechen Sie uns Museum Communicators an. Wir kommen gerne mit Ihnen ins Gespräch, finden gemeinsam Antworten auf Ihre Fragen und teilen auch die Geschichten hinter den Kulissen mit Ihnen.
Welche Vorteile sehen Sie persönlich darin, im öffentlichen bzw. kulturellen Bereich zu arbeiten – auch mit Blick auf die Altersvorsorge?
Ich arbeite gerne im kulturellen Bereich und schätze gleichzeitig die Stabilität, die der öffentliche Dienst dort bietet. Ein wesentlicher Vorteil ist dabei die betriebliche Altersversorgung über die BVK Zusatzversorgung. Eine solche verlässliche Säule für die Zukunft gibt mir ein Stück Sicherheit. Dadurch kann ich mich leichter auf meine Arbeit mit unseren Gästen konzentrieren.