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Wenn das Ersparte schmilzt – Studie zeigt, dass viele Rentner monatlich auf ihr Vermögen zurückgreifen müssen

Wenn das Ersparte schmilzt – Studie zeigt, dass viele Rentner monatlich auf ihr Vermögen zurückgreifen müssen

Die gesetzliche Rente reicht oft nicht aus, um den gewohnten Lebensstandard zu halten. Eine aktuelle Untersuchung zeigt: Viele Ruheständler greifen regelmäßig auf ihr Erspartes zurück – und zwar stärker als gedacht. Was dahinter steckt und was das für die eigene Vorsorge bedeutet.

Ruhestand mit Zusatzbedarf

Der Übergang in den Ruhestand wird von vielen Menschen lange im Voraus geplant. Doch die Realität sieht häufig anders aus: Statt ausschließlich von Renten und Pensionen zu leben, müssen viele ältere Menschen zusätzlich auf ihr angespartes Vermögen zurückgreifen.

Das zeigt auch eine aktuelle Studie: Besonders bei jüngeren Rentnerinnen und Rentnern deckt die gesetzliche Rente im Schnitt nur rund 60 Prozent der Ausgaben. Die Folge: Monatlich müssen häufig Beträge zwischen etwa 160 und bis zu 1.000 Euro aus dem eigenen Vermögen entnommen werden.

Dieses sogenannte „Entsparen“ ist damit längst kein Ausnahmefall mehr, sondern Teil der finanziellen Realität vieler Haushalte im Ruhestand.

Warum die Rente allein oft nicht reicht

Die Gründe dafür sind vielfältig:

  • Steigende Lebenshaltungskosten – insbesondere für Energie, Miete und Lebensmittel
  • Individuelle Versorgungslücken – etwa durch unterbrochene Erwerbsbiografien
  • Längere Lebenszeit – das Ersparte muss über mehr Jahre reichen

Hinzu kommt: Viele Menschen möchten ihren Lebensstandard im Alter nicht deutlich reduzieren. Reisen, Hobbys oder Unterstützung für Familie und Enkel gehören weiterhin dazu – und kosten Geld.

Jüngere Rentner besonders betroffen

Die Studie zeigt auch deutliche Unterschiede zwischen den Altersgruppen:
Gerade Menschen zu Beginn des Ruhestands haben häufig größere finanzielle Lücken. So geben 60- bis 69-Jährige im Durchschnitt rund 2.900 Euro pro Monat aus, während ihnen nur etwa 2.600 Euro an laufenden Einnahmen zur Verfügung stehen. Die Differenz von rund 300 Euro muss in der Regel aus dem eigenen Vermögen gedeckt werden.

Mit zunehmendem Alter gleicht sich dieses Verhältnis etwas an:
Bei den 70- bis 79-Jährigen liegen die monatlichen Ausgaben bei etwa 3.300 Euro, die Einnahmen mit rund 3.200 Euro nur knapp darunter.

In der Altersgruppe ab 80 Jahren beträgt die Differenz schließlich nur noch etwa 100 Euro.

Ein Grund dafür: Ältere Ruheständler verfügen häufiger über zusätzliche Einkommensbestandteile – etwa durch Wohneigentum oder eine insgesamt stabilere Versorgungssituation.

Entsparen ist kein Scheitern – sondern Teil der Planung

Dass Vermögen im Ruhestand genutzt wird, ist grundsätzlich nichts Negatives. Im Gegenteil – genau dafür wurde es oft aufgebaut. Finanzexperten sprechen bewusst nicht von „Verlust“, sondern von einer geplanten Nutzung. Problematisch wird es erst dann, wenn:

  • die Rücklagen schneller schrumpfen als erwartet
  • unvorhergesehene Ausgaben (z. B. Pflege) hinzukommen
  • keine ausreichenden Reserven vorhanden sind

Die stille Herausforderung: Planungssicherheit

Viele Ruheständler unterschätzen, wie lange ihr Vermögen reichen muss. Wer mit 65 in Rente geht, hat heute oft noch 20 bis 30 Jahre vor sich. Konkret bedeutet es, dass ein monatlicher Entnahmebetrag – selbst wenn er moderat erscheint – summiert sich über die Jahre erheblich.

Ein Beispiel:
Wer monatlich 150 Euro entnimmt, verbraucht in 20 Jahren bereits 36.000 Euro – ohne Berücksichtigung von Zinsen oder Inflation.

Vorsorgekompass 2026 – zentrale Ergebnisse auf einen Blick

 

💶 Monatliche Lücke: Ø ca. 160 Euro

Im Schnitt fehlen Ruheständlern rund 160 Euro pro Monat – in einzelnen Fällen sogar bis zu 1.000 Euro

📉 Rente deckt oft nur rund 60 % der Ausgaben

Besonders bei jüngeren Rentnern reicht die gesetzliche Altersversorgung häufig nicht aus

💸 Ausgaben vs. Einnahmen

Durchschnittliche monatliche Ausgaben: etwa 3.100 Euro
Durchschnittliche Einnahmen: knapp 3.000 Euro

🏠 Wohnen als größter Kostenblock

Rund die Hälfte der Ausgaben entfällt auf Wohnkosten

👥 Deutliche Unterschiede nach Alter

60–69 Jahre: größte Lücke (ca. 300 Euro monatlich)

ab 70 Jahren: geringere Differenz zwischen Einnahmen und Ausgaben

🏡 Wohneigentum macht den Unterschied

Haushalte mit Immobilie haben oft geringere Versorgungslücken

✈️ Lebensstil entscheidet mit

Aktive Senioren mit hohem Konsum haben größere Finanzierungslücken als zurückhaltendere Haushalte

Quelle: „Vorsorgekompass 2026“, Center für Intergenerative Finanzwissenschaft (WHU), im Auftrag von Union Investment

Was das für Berufstätige bedeutet

Die Ergebnisse der Studie sind auch ein klarer Hinweis für jüngere Generationen:

  • Private und betriebliche Vorsorge gewinnen an Bedeutung
  • Frühes Sparen erhöht den Handlungsspielraum im Alter
  • Realistische Planung ist entscheidend

Gerade die betriebliche Altersversorgung kann helfen, Versorgungslücken zu schließen und die Abhängigkeit vom eigenen Vermögen zu reduzieren.

Fazit: Vorsorge endet nicht mit dem Renteneintritt

Der Ruhestand ist keine statische Phase, sondern finanziell oft dynamisch. Dass viele Menschen ihr Vermögen aktiv nutzen, gehört heute zur Realität dazu. Entscheidend ist daher nicht, ob entspart wird – sondern wie gut dieser Prozess geplant ist.

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