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Einsamkeit: Grundgefühl unserer Zeit – und was man dagegen tun kann.

Einsamkeit: Grundgefühl unserer Zeit – und was man dagegen tun kann.

Wir sind so vernetzt wie nie, und doch wächst in unserer Zeit die Einsamkeit. Ein Gefühl, das krank macht und weh tut. Aber auch an ein wesentliches Grundbedürfnis erinnert.

Manchmal hat Claudia das Gefühl, dass in ihrer Brust ein großes Loch klafft. Sie hat keine physische Verletzung, es ist ein Gefühl. Sie spüre, sagt sie, dass da etwas Wichtiges fehlt in ihrem Leben.

Es schmerzt, es zieht mich nach unten, es ist immer da.

Claudia heißt in Wirklichkeit anders, aber ihre Geschichte kommt vermutlich vielen bekannt vor. Die Kinder sind seit einigen Jahren aus dem Haus, die Ehe geschieden, der Freundeskreis hat sich durch Umzüge und Krankheit verkleinert, mit einer alten Freundin hat sie sich über die Politik während der Corona-Pandemie entzweit. Nun leidet die Würzburgerin immer mehr unter dem Alleinsein, obwohl sie in einem lebendigen Viertel lebt und oft in der Stadt unterwegs ist. „Es ist, als ob die Welt um mich herum weiterläuft, aber ich stehe still“, sagte sie.

Ich sehe die Menschen, aber ich finde keine Verbindung zu ihnen.

Nicht nur in Deutschland, sondern international spricht man inzwischen von einer „Einsamkeitsepidemie“. In Großbritannien wurde bereits ein Ministerium für Einsamkeit eingerichtet. In Deutschland erfasst das „Einsamkeitsbarometer“ der Bundesregierung, dass sich mehr als jeder zehnte Bürger oft oder sehr oft einsam fühlt. Das Problem beschäftigt auch die Medizin.  Studien haben gezeigt, dass chronische Einsamkeit das Immunsystem schwächt, das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Depressionen und sogar Demenz erhöht.

Einsamkeit, sagen Forscher, ist für den Körper genauso schädlich wie das Rauchen von 15 Zigaretten am Tag.

Was ist Einsamkeit?

Doch was ist Einsamkeit eigentlich? Auf jeden Fall ist sie eines erst einmal nicht: Alleinsein. Denn Alleinsein ist ein Zustand, der nicht immer als negativ empfunden wird. Viele Menschen genießen es, sich manchmal zurückzuziehen, zur Ruhe zu kommen oder ungestört ihr Ding zu machen. Andererseits können wir uns sogar in einer großen Menschenmenge oder in einer Ehe einsam fühlen, wenn emotionale Begegnung und Nähe fehlen. Einsamkeit ist also kein Zustand, sondern ein Gefühl – und zwar eines, das sich auf das Soziale bezieht.

Einsamkeit ist der Schmerz über den Mangel an Verbindung zu anderen.

Und: Dieser Schmerz bezieht sich mehr auf die Qualität unserer Beziehungen und weniger die Quantität. Einsamkeit kann sich wie eine Leere anfühlen, die schwer zu füllen ist. Forscher konnten zeigen, dass sie sich im Gehirn ähnlich zeigt wie Hunger oder Durst. Vermutlich hat Einsamkeit als seelisch-sozialer Notruf ihren Ursprung in unserer steinzeitlichen Vergangenheit. Denn damals war es überlebenswichtig, nicht zu vergessen, dass wir zu einer Horde gehören. Aber auch heute sind wir nicht dafür gemacht, ohne soziales Gegenüber zu leben.

 

Verbreitung von sozialer Einsamkeit unter jungen Menschen in Deutschland im Jahr 2024

DER JUNGEN LEUTE FÜHLEN SICH SOZIAL MODERAT EINSAM

DER JUNGEN LEUTE FÜHLEN SICH SOZIAL SEHR EINSAM

Quelle: Deutschland; Verian; ISG Research Advisors; 13. bis 29. März 2024; 2.532 Befragte; 16 bis 30 Jahre; Junge Menschen; Computergestützte Webinterviews (CAWI)

 

Warum ist Einsamkeit gerade heute ein so großes Problem?

Dass wir Einsamkeit gerade in einer neuen Dimension erleben, liegt an mehreren gesellschaftlichen Veränderungen. Dazu gehören Faktoren wie: Die Nachwirkungen der Corona-Pandemie mit ihren einschneidenden Effekten auf die sozialen Begegnungsmöglichkeiten. Die Individualisierung: Wir leben in einer individualisierten Gesellschaft, die die Eigenständigkeit sehr stark betont. Dazu gehört der Trend zur Single-Lebensweise und der Rückgang traditioneller Familienstrukturen. So wünschenswert die wirtschaftliche Unabhängigkeit aller Einzelnen sein mag, so sehr erhöht sie auch die Gefahr der Vereinsamung. Die Verkürzung der Familienphase: Familien werden heute später gegründet und Scheidungen nehmen seit Jahren zu. Das erhöht vor allem für ältere Menschen das Risiko, ohne regelmäßigen Kontakt zu nahen Angehörigen zu leben. Der Wandel in der Arbeitswelt: Die Arbeit im Homeoffice kann bewirken, dass wir weniger soziale Interaktion mit Kolleginnen und Kollegen erleben. Das bedeutet auch: weniger Gelegenheiten für den Aufbau und die Pflege von stabilen, langfristigen Beziehungen. Die Dominanz der Digitalen Kommunikation: Durch soziale Medien und digitale Kommunikation scheint es, als wären wir ständig miteinander verbunden. Doch ein „Like“ oder ein kurzer Kommentar ersetzen nicht authentische Gespräch von Angesicht zu Angesicht. Studien zeigen, dass Menschen, die viel Zeit in sozialen Netzwerken verbringen, tendenziell häufiger von Einsamkeit betroffen sind. Der Vergleichbarkeitsstress auf den Plattformen:  Auf Plattformen wie Instagram und Facebook präsentieren Menschen oft idealisierte Versionen ihres Lebens. Viele fürchten, mit den perfekten Leben der anderen nicht „mithalten“ zu können. Der ständige Vergleich, den die sozialen Plattformen fördern, verstärkt im Resultat bei vielen das Gefühl von Einsamkeit und sozialer Isolation.

 

 

Einsamkeit in unterschiedlichen Lebensphasen

Einsamkeit kann Menschen in jedem Lebensalter treffen, besonders leiden allerdings Jugendliche, junge Erwachsene und Senioren unter der gefühlten Isolation.   

Jugend In der Jugend formt sich die persönliche Identität. Der Druck, sozial akzeptiert zu werden und verstanden zu fühlen, ist hoch. Vergleiche mit anderen, verstärkt durch soziale Medien, können leicht zu Einsamkeit führen. Studium oder Berufsstart bringen oft Veränderungen in Freundschaften mit sich. Die Corona-Pandemie mit Lockdowns und Schulschließungen verschärfte das Problem: Fehlende Kontakte steigerten Depressionen, Angst und Einsamkeit in dieser Altersgruppe.

 

Im Berufsleben Menschen im mittleren Lebensalter, insbesondere im beruflichen Kontext, erleben Einsamkeit oft als Ergebnis von Überarbeitung oder der Verlagerung sozialer Kontakte auf die Arbeitswelt. Kollegen ersetzen häufig Freundschaften, doch diese Beziehungen bleiben oft funktional und oberflächlich.

Einsamkeit im Ruhestand Mit dem Ruhestand fallen die Struktur des Berufsalltags und die damit verbundenen sozialen Kontakte weg. Wenn dann auch noch der Partner oder enge Freund stirbt, kann das schnell zu einem Gefühl der Isolation führen – und es bedarf viel Kraft, um zu neuen Ufern aufzubrechen.

 

Einsamkeit im hohen Alter Im hohen Alter ist das Risiko für Einsamkeit besonders ausgeprägt. Gesundheitliche Einschränkungen und die nachlassende Mobilität tragen dazu bei, dass ältere Menschen sich immer mehr zurückziehen. Oft spielen auch Scham über die zunehmende Gebrechlichkeit und das Gefühl, nicht mehr gebraucht zu werden, eine vereinsamende Rolle.

 

Was kann ich tun, wenn ich mich einsam fühle?

Einsamkeit hat viele Gesichter und kann durch unterschiedliche Lebensumstände ausgelöst werden. Jeder Mensch empfindet und bewältigt Einsamkeit auf seine eigene Weise. Während manche sich schon durch ein freundliches Gespräch mit einem Fremden auf der Straße besser fühlen, sehnen sich andere nach tiefen Verbindungen und Freundschaften. Weil Einsamkeit so individuell ist, ist es schwierig, pauschale Tipps gegen das Problem zu geben. Allerdings gibt es einige Ansätze, die helfen können, wieder mehr mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen: Internetzeit begrenzen: Weniger Zeit online kann dabei helfen, sich wieder besser zu spüren und Begegnungschancen in der Realität wahrzunehmen. Lesen Sie lieber ein Buch und überlegen Sie, mit wem Sie gern darüber sprechen würden. Vielleicht gibt es auch eine Literaturgruppe in Ihrem Stadtteil. Soziale Aktivitäten: Sich in einer Gruppe zu engagieren, sei es in einem Chor, einem Sportverein, der Wandergruppe oder durch ehrenamtliche Tätigkeiten, bietet die Chance, neue Kontakte zu knüpfen. Das Gedächtnis trainieren: Schon eine kleine Geste kann helfen, Kontakt zu alten Freunden oder Bekannten wiederherzustellen. Sich an Geburtstage oder Namen zu erinnern, zeigt Interesse und schafft Nähe. Menschen interessieren sich für jene, die Interesse an ihnen zeigen – deshalb haben Menschen mit gutem Gedächtnis nachweislich mehr Freunde.

Eine Aufgabe der ganzen Gesellschaft

Einsamkeit ist nicht nur ein individuelles Problem. Auch die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen müssen sich ändern, damit wir wieder mehr Zusammenhalt erleben können. Dazu gehört die kritische Auseinandersetzung mit den vereinsamenden Trends in unserer Welt – aber auch das Schaffen von Gemeinschaftsbereichen in Wohnprojekten, die Belebung von öffentlichen Plätzen und die Förderung von kulturellen Angeboten und Nachbarschaftsprojekten.

Vorsorge gegen Einsamkeit

Wenn Sie befürchten, im Alter einsam zu sein, hilft es langfristig vorzusorgen. Das betrifft nicht nur die Pflege der sozialen Kontakte. Sich in der Gemeinschaft zu engagieren und aktiv zu bleiben ist ein Schlüssel, um Einsamkeit im Alter zu vermeiden. Ob es sich um ehrenamtliche Tätigkeiten, das Mitwirken in einem Verein oder regelmäßige sportliche Aktivitäten handelt – solche Engagements bieten nicht nur soziale Kontakte, sondern stärken auch das Gefühl, gebraucht zu werden. Auch finanzielle Vorsorge spielt eine Rolle bei der Vorbeugung von Einsamkeit im Alter. Denn Geld sollte im Alter kein Grund sein, nicht mehr teilhaben und sich unter die Leute mischen zu können, sei es im Kulturleben oder auch bei Reisen, auf denen man besonders gut neue Kontakte knüpfen kann.

Am besten beginnt man bereits in jungen Jahren mit der Altersvorsorge. Wer früh mit kleinen Beiträgen startet – etwa durch eine Entgeltumwandlung wie die PlusPunktRente – kann bis zum Alter ein beachtliches Polster aufbauen. Dieses zusätzliche Einkommen könnte später genutzt werden, um Aktivitäten gegen Einsamkeit zu finanzieren.

Fazit

Einsamkeit kennt jeder, wenn auch unterschiedlich stark. Sie ist kein unausweichliches Schicksal – und vor allem kein Grund, sich zu schämen. Es ist gut, dass das Stigma Einsamkeit heute offen thematisiert wird. Unsere gemeinsame Aufgabe ist es, möglichst viele Wege aus der Einsamkeit heraus zu schaffen. Und wieder gemeinsam zu lernen, dass wir nicht nur Individuen, sondern soziale Wesen sind.

Kennst du schon die PlusPunktRente der BVK Zusatzversorgung?

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  • Zudem kannst du von vermögenswirksamen Leistungen profitieren, und das schon während deiner Ausbildung.
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  • Bei Abschluss vor dem 25. Geburtstag gibt es zudem einen einmaligen Bonus von 200 €.

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