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„Bei Oma ist die Welt ein bisschen langsamer“ – Die besondere Rolle der Großeltern in der Familie

„Bei Oma ist die Welt ein bisschen langsamer“ – Die besondere Rolle der Großeltern in der Familie

Wenn Kleo aus der Schule kommt, weiß sie genau, wohin sie zuerst geht. Nicht zum Fernseher, nicht an den Küchentisch – sondern zu Oma Christel. Dort steht meistens schon ein Apfelkuchen im Ofen, und auf dem Küchentisch liegt das alte Mensch-ärgere-dich-nicht-Spiel, bei dem ein paar Figuren fehlen. „Das Spiel ist schon älter als du“, sagt Oma lächelnd, „aber es macht immer noch Spaß.“ Oma Christel ist 68 Jahre alt. Sie ist keine Superheldin – aber für Kleo fühlt es sich manchmal so an.

Zeit, die man nicht messen kann

Was Oma Christel ihren Enkeln schenkt, ist etwas, das im Familienalltag oft knapp ist: Zeit. Ungeteilte Aufmerksamkeit. Geduld. Während Kleos Eltern zwischen Terminen, E-Mails und Verpflichtungen jonglieren, sitzt Oma Christel auf dem Sofa und hört zu. Wirklich zu. Auch dann, wenn die Geschichte lang ist und am Ende eigentlich gar nichts passiert.

Für Kinder ist diese Zeit unbezahlbar. Bei Oma und Opa dürfen Dinge langsamer gehen. Fehler sind erlaubt. Und Tränen trocknen oft schneller, wenn jemand da ist, der schon vieles erlebt hat – und weiß, dass fast alles wieder gut wird.

Eine Stütze im Hintergrund

Für Kleos Eltern ist Oma Christel mehr als nur eine liebevolle Großmutter. Sie ist Rückhalt. Wenn die Schule früher aus ist. Wenn ein Arbeitstag länger dauert. Wenn Betreuung kurzfristig gebraucht wird. Großeltern sind in vielen Familien ein stilles, aber tragendes Fundament – oft selbstverständlich, selten laut, aber immer verlässlich.

Diese Unterstützung geht weit über praktische Hilfe hinaus. Sie schafft Sicherheit – für Kinder ebenso wie für Eltern.

 

DER DEUTSCHEN SEHEN GROßELTERN ALS
BEDEUTENDE WERTEVERMITTLER FÜR ENKELKINDER

 

Brücke zwischen gestern und heute

Abends erzählt Oma Christel manchmal von früher. Von einer Kindheit ohne Smartphone. Von Urlauben, bei denen ein Zelt reichte. Von Zeiten, die anders waren – nicht besser oder schlechter, nur anders. Kleo hört zu, stellt Fragen, lacht. Geschichte wird lebendig, wenn sie einen Menschen hat, der sie erzählt.

Großeltern bewahren Erinnerungen. Sie geben Werte weiter – oft ganz nebenbei. Respekt, Zusammenhalt, Gelassenheit. Dinge, die man nicht erklären muss, sondern vorlebt.

Wenn sich Rollen verändern

Doch auch das Leben von Oma Christel verändert sich. Sie merkt, dass sie schneller müde wird. Dass manches nicht mehr so leicht geht wie früher. Manchmal ist es jetzt Kleo, die hilft. Die den Arm reicht. Die erklärt, wie das Tablet funktioniert.

Familie ist ein Kreislauf. Irgendwann brauchen auch die, die immer da waren, Unterstützung. Dann geht es um Achtsamkeit, um Verantwortung – und um Dankbarkeit.

Großeltern in Zahlen – Deutschland & Europa

Seit Generationen bereichern Großeltern das Familienleben – sowohl emotional als auch praktisch. Gleichzeitig zeigen aktuelle Daten: Die Zahl der Großeltern steigt, sie verbringen Jahrzehnte gemeinsam mit ihren Enkelkindern und sind in vielen Lebensbereichen aktiv eingebunden. Aber damit wächst auch die Verantwortung – nicht nur für Eltern, sondern auch für die Großeltern selbst. Angesichts steigender Lebenserwartung und längerer gemeinsamer Lebenszeit gewinnt das Thema Vorsorge (gesundheitlich, finanziell und rechtlich) an Bedeutung – für jede Generation.

~20 Millionen Menschen in Deutschland sind Großeltern (2020).

~33 % haben Enkel im besonders betreuungsintensiven Alter bis 13 Jahre.

24 – 60 % der europäischen Großeltern betreuen ihre Enkel regelmäßig.

(Quelle: Deutscher Alterssurvey (DEAS); DJI; BiB; Höpflinger 2025.)

Fazit: Mehr als nur „Oma und Opa“

Großeltern sind Zuhörer, Mutmacher, Tröster. Sie sind da, wenn die Welt zu groß wird – und freuen sich über kleine Dinge. Ihre Rolle ist nicht immer sichtbar, aber sie prägt Familien oft ein Leben lang.

Vielleicht ist es genau das, was Oma Christel so besonders macht: Bei ihr ist die Welt nicht perfekt. Aber sie fühlt sich richtig an.

 

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